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NTSB macht Boeing für defekten Türverschluss der Alaska Airlines 737 MAX 9 verantwortlich

Bildnachweis: TGCOM24

Das US-amerikanische National Transportation Safety Board (NTSB) hat festgestellt, dass Boeings mangelnde Einhaltung kritischer Sicherheitsprotokolle unmittelbar zum dramatischen Ausfall der Notausgangsklappe (MED) auf Alaska Airlines Flug 1282 Anfang des Jahres führte. Der Vorfall im Januar 2024 ereignete sich kurz nach dem Start, als die Maschine eine Höhe von 14.830 Fuß erreichte. Dies führte zu einem plötzlichen Druckabfall und einer Notrückkehr zum internationalen Flughafen Portland.

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Den Erkenntnissen des NTSB zufolge wurde der MED-Stecker Monate vor dem Flug im Boeing-Werk während einer Reparatur unsachgemäß wieder eingebaut, ohne dass die erforderlichen Schrauben angebracht waren. Noch besorgniserregender ist, dass der Stecker von unbefugtem Personal entfernt und wieder eingebaut wurde. Die Arbeit wurde weder dokumentiert noch überprüft – ein klarer Verstoß gegen die Standardverfahren.

Der NTSB-Bericht kritisierte auch Boeings Sicherheitsmanagementsystem (SMS) und bezeichnete es als unwirksam bei der Erkennung und Behebung systemischer Produktions- und Qualitätskontrollfehler. Zusammen mit Versäumnissen in der FAA-Aufsicht schuf dies die Voraussetzungen für einen Unfall, den die NTSB-Vorsitzende Jennifer Homendy als „vermeidbar“ bezeichnete.

Sieben Passagiere und ein Flugbegleiter erlitten durch die explosionsartige Druckentlastung in der Kabine leichte Verletzungen. Mehrere persönliche Gegenstände, darunter Telefone und Kleidung, wurden durch die herausgesprengte Türöffnung aus dem Flugzeug gesaugt.

Dieser jüngste Vorfall unterstreicht die seit langem bestehenden Bedenken hinsichtlich Boeings Produktionskultur und Qualitätssicherungsprozessen. Er wirft zudem neue Fragen über die Fähigkeit der FAA auf, Hersteller zur Verantwortung zu ziehen, insbesondere angesichts der wiederholten Sicherheitsmängel bei Boeing im letzten Jahrzehnt.

Als Reaktion auf die Ergebnisse gab das NTSB neue Sicherheitsempfehlungen an Boeing und die FAA heraus. Dazu gehören verstärkte Schulungs- und Aufsichtsanforderungen, die Durchsetzung ordnungsgemäßer Dokumentationspraktiken und verbesserte Inspektionsprotokolle für kritische Komponenten. Die Behörde bekräftigte außerdem frühere Sicherheitswarnungen an große Luftfahrtverbände und forderte eine umfassende Überprüfung der Fertigungspraktiken in der gesamten Branche.

Der endgültige Unfallbericht wird voraussichtlich in den kommenden Wochen veröffentlicht und wird wahrscheinlich eine zentrale Rolle bei der Gestaltung künftiger regulatorischer und branchenweiter Sicherheitsreformen spielen.